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Kennst du das?
Du gehst in ein Gespräch mit den besten Absichten – und nach fünf Minuten läuft alles schief.
Der Ton kippt, die Stimmung ist gereizt, du denkst: Das wollte ich so nicht.
Schwierige Gespräche sind der Alltag im Business.
Und doch bereiten sich die wenigsten darauf vor.
Dabei entscheidet nicht das Thema, ob ein Gespräch gelingt – sondern, wie du es führst.
Klingt banal. Ist es aber nicht.
Wenn Emotionen hochkochen, übernehmen Reflexe das Steuer.
Du willst dich rechtfertigen, erklären, verteidigen.
Doch genau das macht es oft schlimmer.
Der erste Schritt zu guter Kommunikation ist innerlich still zu werden.
Ein kurzer Atemzug schafft Abstand – und damit Handlungsspielraum.
Ein Beispiel:
Eine Führungskraft wird in einem Meeting hart kritisiert. Früher hätte sie sofort gekontert.
Heute lehnt sie sich zurück, atmet, schaut den Kollegen an und sagt ruhig:
„Spannend, dass du das so siehst. Erzähl mal, was dich zu der Einschätzung bringt.“
In diesem Moment ändert sich alles.
Sie führt wieder. Nicht über Lautstärke – sondern über Präsenz.
Viele Gespräche scheitern, weil beide Seiten reden, aber keiner wirklich zuhört.
Zuhören ist kein Warten, bis man wieder dran ist.
Zuhören ist Arbeit.
Und: Es ist ein Zeichen von Respekt.
Wenn du deinem Gegenüber wirklich zuhörst, nimmst du Druck raus.
Er fühlt sich gesehen – und öffnet sich.
Du kannst das ganz einfach zeigen:
„Hilf mir zu verstehen, was genau dich stört.“
„Was wäre dir in der Situation wichtig gewesen?“
Solche Fragen drehen das Gespräch.
Plötzlich geht es nicht mehr ums Rechthaben, sondern ums Verstehen.
Das ist Mut.
Und Mut schafft Vertrauen.
Wenn du merkst, dass Spannung da ist – sprich sie an.
Nicht anklagend, sondern ehrlich:
„Ich habe das Gefühl, wir reden gerade aneinander vorbei.“
Oder: „Es ist gerade ganz schön viel Emotion im Raum – wollen wir kurz sortieren?“
Diese Sätze sind kleine Stoppschilder.
Sie holen das Gespräch zurück auf eine Ebene, auf der wieder Verbindung möglich ist.
Ein Beispiel aus dem Vertrieb:
Ein Kunde wirkt plötzlich abweisend, obwohl die Fakten stimmen.
Statt weiter zu argumentieren, sagt die Verkäuferin:
„Ich spüre, irgendwas passt für Sie gerade nicht – wollen Sie mir sagen, was Sie zögern lässt?“
Das öffnet die Tür.
Der Kunde spricht über einen früheren negativen Erfahrungswert.
Das Gespräch wird ehrlich – und am Ende erfolgreich.
Worte wirken. Immer.
Sie können Türen öffnen oder Mauern bauen.
Vermeide Formulierungen, die den anderen in die Defensive bringen.
Sätze wie „Du musst verstehen…“, „Das ist doch klar…“, „Immer machst du…“ blockieren.
Ersetze sie durch Ich-Botschaften:
„Ich nehme wahr…“, „Mir ist wichtig…“, „Ich wünsche mir…“
Das verändert sofort die Dynamik.
Plötzlich sprichst du mit dem anderen – nicht über ihn.
Kleine Formulierungsänderung, große Wirkung.
Viele schwierige Gespräche enden offen – und bleiben hängen.
Man redet sich aus, aber nicht weiter.
Das führt zu Nachhall, Unsicherheit, manchmal sogar Groll.
Deshalb: Sorge für Klarheit am Ende.
Frag:
• „Was nehmen wir beide aus dem Gespräch mit?“
• „Was ist für dich jetzt wichtig?“
• „Was machen wir konkret als Nächstes?“
Das klingt einfach, wirkt aber tief.
Es zeigt, dass du Verantwortung übernimmst – auch für die Beziehung, nicht nur für das Ergebnis.
… schau nicht auf das, was du gesagt hast.
Schau auf das, was beim anderen angekommen ist.
Kommunikation ist kein Monolog.
Sie ist ein Resonanzraum.
Wenn dein Gegenüber sich verstanden, respektiert oder ernst genommen fühlt – dann war’s ein gutes Gespräch, egal wie schwierig es war.
Die besten Gesprächstechniken bringen nichts, wenn du nicht mit Haltung sprichst.
Ehrlich. Offen. Zugewandt.
Das Ziel ist nie, zu gewinnen.
Sondern zu verbinden.
Und das Spannende:
Wenn du Menschen wirklich erreichst – erreichst du auch deine Ziele.
Nur auf einem anderen Weg: dem menschlichen.